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CD-Rezension - BOOMERANG-Schülerzeitung:

Aus: BOOMERANG (Schülerzeitung des Nikolaus-von-Kues-Gymnasiums);
        Ausgabe 3 - Herbst 99 [Dezember 1999]
Autor: BOOMERANG-Redaktion
Web-Site: http://www.puk.de/boomerang/

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Sixpence None The Richer

Das Interessante am Geschehen in der Musikwelt sind neben den Preisverleihungen und den Dekolletés diverser Sängerinnen auch die neuen Bands, die plötzlich mit einem Single-Hit auf der Bildfläche erscheinen, von den Radiostationen rauf und runter gespielt werden und leider oft genauso plötzlich wieder in die hintersten Ecken der CD-Regale verbannt werden.

Dass nur so wenige der Newcomer ihr erstes Album überleben, kann verschiedene Gründe haben. Zum einen kann die Band ein sogenanntes One-Hit-Wonder sein, d.h. nur ein Stück ihrer CD hat ,wohl meist zufällig, den Geschmack der Massen getroffen. Oder aber die Bandmitglieder verkraften den plötzlichen Ruhm nicht und freuen sich mit Alkohol oder Koks über den plötzlichen Ansturm der Groupies. Konsequenz: Streit, Ärger und Auflösung der Gruppe.

Das und andere Katastrophen sind von Sixpence None The Richer wohl nicht zu erwarten. Bekannt geworden ist das Quintett aus dem US-Bundesstaat Texas durch die Hit-Single "Kiss me" aus dem Teeniestreifen "Eine wie keine". Das Album "Sixpence None The Richer" der Formation um Sängerin Leigh Bingham und den Cellisten und Gitarristen Matt Slocum, der auch die Musik und die Texte der meisten Songs beisteuerte, ist allerdings schon seit Februar auf dem Markt. Es ist damit die dritte Veröffentlichung der Band seit 1993. "Sixpence None The Richer" wäre wie seine Vorgängeralben ein Insidertip geblieben, hätte es die Plattenfirma nicht geschafft, den Song "Kiss me" an entscheidender Stelle in besagtem Film zu plazieren. Mit dem Erfolg des Films stieg auch die Nachfrage nach der Single und auch dem ganzen Album. Diese Nachfrage bewegte die Plattenfirma schließlich dazu, aus den beiden ersten Platten ein Best-of-Album zusammenzustellen. Zu hoffen bleibt, dass Sixpence damit einen dauerhaften Durchbruch geschafft hat und nicht wieder in der Versenkung verschwindet.

Musikalisch ist ihr letztes Album eine melancholisch bis fröhliche anmutende Mischung aus Elementen irischen Folks und amerikanischem Mainstream-Pop. Getragener Off-Beat sorgt zusammen mit Cello, Violine und Steel pedal bei vielen Stücken für angenehm melodische Stimmung ohne dabei kitschig zu wirken. Zwar ist "Kiss me" der einzige Song mit wirklicher Hitqualität, aber "Sixpence None The Richer" ist ein Album, das mit jedem Hören mehr gewinnt - und sicher bestens geeignet für alle, die es lieber ruhig-melodisch mögen. Wohl ein typisches Herbstalbum. ««

 



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