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CD-Rezension - rrabauke:

Aus: rrabauke 11-2002 (Online-Magazin, Ausgabe November 2002)
Autor: Chris Flier
Web-Site: http://www.rrabauke.de

Sixpence None The Richer - ''Divine Discontent''  (Reprise / bv-music)»» Sixpence none the richer

"Divine Discontent"

Reprise/BV-Music

Mitte der 90er ging Sixpence damaliges Label R.E.X. konkurs. Dann nahm der generöse Steve Taylor die Band 1998 unter seine Fittiche. Der Welthit "Kiss me" folgte und der Konkurs von Squinterland. Irgendwie gibt es den Verlag noch immer. Doch sind Sixpence none the richer mehr oder weniger bei Reprise (Depeche Mode USA, Enya USA ...). Bei der ersten Verlagspleite verlor die Band Bassist JJ Placensio, nach der jüngsten Pleite verlies Schlagzeuger Dale Baker die Band. Mittlerweile zum Sextett angewachsen blasen Leigh Nash, Matt Slocum und Co keineswegs Trübsal. Nicht nur Freunde wird #1 und Single "Breathe your name" der Band einbringen. Doch der tanzbare Titel mit sängerischen Parallelen zu Fleming and John hat seine Stärken als Radiolied und kann in Verbindung mit dem malerischen Videoclip locker die Hitparaden erstürmen. Die wunderbar leicht schrägen Keyboards von Jerry Dale McFadden geben trotz allzu gängigem Popformat "Breathe your name" etwas widerspenstiges. Viele eingefleischte Neil Finn Fans haben dem Mastermind der verblichenen Crowded House den Hit #13 "Don't dream it's over" wegen des flachen Textes nicht verziehen. Das Rolling Stone Magazin nennt das Sixpence-Cover den Tiefpunkt des Albums. Mir gefällt "Don't dream it's over" sehr gut, weil Sixpence none the richer sich trauen, nur wenig zu verändern. Selbst die Gesangsstimme von Leigh ist ähnlich wie die von Neil Finn angelegt. Der größte Unterschied lässt Matt Slocum bei den Gitarren zu, die verhallt nach heißer stehender Luft klingen.

Doch darüber hinaus lassen sich Sixpence nicht als Radiosternchen abstempeln. Den aggressiven Unterton von #7 "Paralyzed" verdanken die Texaner sicherlich auch Produzent Paul Fox (10.000 Maniacs, XTC, The Wallflowers, Björks Ex-Band Sugarcubes ...). Der Co-Produzent und gleichzeitiges Sixpence-Mastermind, Matt Slocum, wollte ein Live-Gefühl auf "Divine Discontent" erzeugen. Für "Paralyzed" ist ihm das auf alle Fälle gelungen. Eine verzweifelte Leigh Nash singt über Lähmung. Parallel zu ihrer wachsenden Ohnmacht scheint die Musik zu explodieren. Der tiefe und dumpfe Bass von Justin Cary, die kreischenden Gitarren von Matt Slocum und Sean Kelly sowie das gurgelnde Keyboard von Jerry McFadden werden von dem nervösen Schlagzeugspiel Rob Mitchells angefeuert. Die Musik transportiert beklemmende Gefühle - "Breath in, breath out" - und Hoffnungslosigkeit. Nicht viel fröhlicher kommt #10 "Dizzy" daher. Die kicksende Stimme verleiht dem gesamten Lied eine seltsame Stimmung. Hin und wieder erscheint es fragwürdig, ob Leigh Nash auch noch die nächsten Töne herausbringt. Das Lied handelt vom ungläubigen Jünger Thomas, der so sein will wie David. Nein, "Divine Discontent" ist kein simples Album, auch wenn wie in "Dizzy" die Musik über die genialen Streicher zu überzeugen weiß.

Künstlerseite: Sixpence none the richer

Chris Flier ««

 



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