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| Artikel - "one silent night"-Buch |
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Unsere früh(er)en Weihnachten mit vielen Geschenken wurden Weihnachten mit Geschenken, die uns nur tiefer in Zweifel brachten. Denn diese wenigen Geschenke wurden praktisch zu "keinen" Geschenken, außer denen von unserer Großmutter. Nachdem Vater die Bank verließ - und solange sie konnte - kratzte Mutter genug Geld zusammen, damit Weihnachten immer lustig blieb. Wir hätten wahrscheinlich Dinge verkaufen können, um an Geld zu kommen, wenn wir es wirklich gewollt hätten, doch wir waren uns einig, daß dies mehr Ärger mit sich bringen würde als es letztendlich wert war. In unseren Herzen verstanden wir, daß Geschenke unwichtig waren, doch mit dem kulturellen Einfluß des Kommerzes hatten wir eine harte Zeit, an dieser Erkenntnis zu wirken. Trotzdem haben wir einige coole Dinge gemacht. Wenn wir Geschenke verschenkt haben, hat Mutter darauf bestanden, daß an jedem ein kurzes Gedicht hing, das Hinweise auf den Inhalt enthielt. Einiger dieser Verse sind in einer Schublade zu Hause verstaut - es macht soviel Spaß, sie heute zu lesen! Meine Mutter glaubte, daß die Geburt von Jesus der Grund für alles war, und sie versuchte, uns dazu bringen, dies auch zu sehen / zu erkennen, doch ohne unsere Unterstützung endete ihr Aufwand in einer Katastrophe. Wir saßen ungeduldig da, während sie die Weihnachtsgeschichte aus dem Neuen Testament las und dann würden wir den ganzen Tag heraumhängen und Filme mit Vater anschauen. Wir versuchten vorzutäuschen, daß es nicht von Belang wäre, wenn wir keine Geschenke erhielten. Wir versuchten uns auf den Fakt zu konzentrieren, daß wir zusammen waren, daß wir in Sicherheit waren und daß wir ein Dach über unsern Kopf hatten. Wir hatten Kleidung zum anziehen und etwas zu essen. Als meine High School-Jahre vorbei gingen, lernte ich soviel darüber, wie der Mangel an materiellen Dingen die Auffassungen beeinflusst, dahingehend, demütig zu sein, darüber, zu wissen, was wichtig ist im Leben und wie man liebt. Ich lernte dies, daß auch wenn wir es versuchen, wir Menschen nicht bedingungslos lieben können. Ich lernte viel über Gnade und darüber, Menschen zu vergeben, die wir lieben. Dies sind sehr wichtige Lektionen, die man begreifen muß, wenn man so jung ist - und ich bin wirklich dankbar für sie. Ich denke nicht, daß ich eines dieser ungewöhnlichen Weihnachten zurücknehmen würde. Eine weitere große Sache passierte in unserem Familienleben, nachdem ich mein Abschlußexamen an der High School gemacht hatte und auf Tour ging mit einer Band. Meine Eltern trennten sich für fast vier Jahre. Jeder von ihnen durchlitt seine eigene Version von "Hölle auf Erden" während dieser Zeit. Es gab kein Streiten mehr, doch genug Zeit für Betrachtung, Veränderung, Reue und letztlich, Vergebung. Nach vielem persönlichen "Auf-der-Suche-sein" der Seele, sind sie zurück zusammen, das heilend, was einst eine katastrophale Ehe war. Sie lebten durch soviel zusammen, und die Überwindung des Schmerzes von ihrer Vergangenheit ist eine kontinuierliche Gedächtnisstütze von Gottes Gnade an sie. Ihre versöhnte Ehe ist ein Wunder, wirklich. Es gibt keine Geheimnisse zwischen ihnen und sie teilen alles. Dies ist solch ein gutes Beispiel für (meiner Schwester) Mollys Heirat und für meine. Ich kann mir nicht vorstellen, warum ich so gesegnet bin. Mein Ehemann ist wunderbar, und ich habe eine großartige Karriere. Ich frage mich für gewöhnlich, wie es meine Eltern managten, zwei gute, besonnene Töchter großzuziehen, weil Alkoholismus definitiv eine Familienkrankheit ist. Ich weiß, es hatte alles mit Gott zu tun. Ich glaube, Er hat einen besonderen Ort für Familien, die versuchen, Ihn im Mittelpunkt zu behalten, auch wenn sie versagt haben und schwach und verletzend sind. Gott zeigte meiner Familie soviel Gnade indem Er sich so gut um uns kümmerte. Nach Jahren der Stille zwischen meinem Vater und meiner Großmutter, ging er zu ihrem Haus und entschuldigte sich für sein Verhalten. Meine Großmutter vergab ihm und sie heilten ihre Beziehung. Es war ein großer Schritt für beide. Mein Vater verstand, daß sie einfach fürsorglich für ihre Tochter war und ihre Enkel, und ich denke, sie verstand seine neue Aufrichtigkeit. Und dann entschuldigte sich Vater bei meiner Schwester und mir. Seit Jahren warnten wir ihn: "Du wirst so traurig sein, wenn wir groß sind und aus dem Haus sind und du hast uns dann nicht länger. Eines Tages wird es dir leid tun, daß du diese Sache uns vorgezogen hast." Niemand von uns wußte, wie brennend dieser Kummer sich beweisen würde. Erfreulicherweise wurde uns Zeit gegeben, unsere Beziehungen zu reparieren. Wir haben zusammen laut geweint, und wir haben Vater zugesichtert, daß wir ihn immer lieb(t)en. Noch immer kann ich mir nur die Gefühle vorstellen, die er hat, bei "was hätte sein können". Bis auf diesen Tag sind unsere Weihnachten nicht sehr traditionell. Wir schenken noch immer keine Geschenke in meinem Elternhaus. Sie haben einen (Weihnachts-) Baum und genug finanzielle Quellen, doch es ist einfach überhaupt nicht unsere Tradition. Wir verbringen den Morgen damit, darüber nachzudenken, um was es bei Weihnachten überhaupt geht. Und jetzt hören wir endlich zu, wenn die Heilige Schrift gelesen wird! Wir mögen es noch immer, Filme anzuschauen mit Vater, also gehen wir gewöhnlich alle, um zu sehen, was in diesen Tagen so herauskommt. Es ist einfach unsere Art und Weise, Weihnachten miteinander zu verbringen. Mein Ehemann und ich wechseln uns Weihnachten immer ab zwischen seinen Eltern und meinen Eltern. Bei seinem Elternhaus, ist es wie bei der "Geschenke-Zentrale" mit einem Haufen Geschenke für all die Enkelkinder. Ich bekomme etwas glasige Augen, wenn ich die Kinder herumlaufen sehe mit lachenden und weinenden Augen bei den Geschenken. Ich wünschte, ich könnte zurückgehen und dies meiner Mutter geben. Sie bekam nicht genug davon mit Molly und mir. Sie fühlte sich selten sicher, daß ihre Töchter wirklich glücklich waren. Sie wollte uns etwas verwöhnen, wie es die meisten Mütter tun, besonders, wenn sie wußte, daß sie es nicht konnte. Wir haben wirklich nicht viel vermißt. Wir empfingen Geschenke, die ein Leben lang andauern / halten. Mutter zeigte uns, was es heißt, treu zu sein. Sie lehrte uns, wie wir unsere Ehre behalten, wenn die (ver)urteilenden Augen, von den Leuten um uns her, unser Haus zu einem Aquarium machten. Sie gestaltete die Verpflichtung und die Bereitwilligkeit, zu wachsen. Sie sang neben uns in der Kirche / Gemeinde, den Kopf aufrecht und ihre Augen konzentriert auf Gottes Verheißungen. Vater zeigte uns die Konsequenz davon, was passiert, wenn Karrieren wichtiger werden als Familie. Dann zeigte er uns Bescheidenheit / Demut und die Heftigkeit der Liebe und einfach wie viel sich ein Leben verändern kann, wenn es von Gottes Vergebung und Gnade berührt wird. Ich lernte etwas über Stolz von meinen beiden Elternteilen. Stolz kann dich entweder obenhalten oder dich zerstören und, in jedem Fall, wäre er besser Gott gegeben worden für Seinen Gebrauch. Mutter und Vater gestalteten wahre Liebe. Sie hielten aneinander fest, reich oder arm, gesund oder krank, in guten und in schlechten Zeiten, zusammen oder getrennt. Sie gaben ihre Ehe nie auf oder einander. Jetzt erstaunen sie mich. Sie halten ihre Hände in der Kirche / Gemeinde und leuchten vor Glück und Zufriedenheit. Sie so zu sehen, ist ein Geschenk, von dem ich mir nie vorstellen konnte, es zu haben. Es ist soviel mehr ein ganz Besonderes, denn Gott ist zweifelsfrei mit ihnen. Wenn ich zurückschaue, verstehe ich, daß es mir durch das Gute und Schlechte an nichts mangelte. Gott schenkte uns die Gewissheit, daß Er alle unsere Bedürfnisse versorgt. Ohne Geschenke am Weihnachtstag lernten wir, uns völlig auf Gottes Geschenk zu konzentrieren - einen Retter, der uns liebt, uns akzeptiert und uns vergibt. Liebe war das wichtige Geschenk, das wir jedes Jahr hatten. Die Versicherung der Liebe. Das Versprechen der Liebe. Den Ausdruck der Liebe. Unsere schwierigen Erfahrungen gaben uns großes Einfühlungsvermögen und Bewußtsein für anderer Menschen Leid. Wir wissen, wie man zuhört und (sich) mit Menschen verbindet / umgeht, die Erniedrigung, Angst oder Sorge erfahren. Liebe und Mitleid sind die Geschenke, die uns gegeben wurden und es sind die, die wir anderen geben. Und nicht nur am Weihnachtstag. Photo: © 1999 Apply Design; © 2000 Myrrh Records / Text: aus dem Buch "One Silent Night: Women's Stories of Christmas" [dt. "Eine stille Nacht: Geschichten von Frauen über Weihnachten"], copyright © 2000 by Janice Chaffee. Published by Harvest House Publishers, Eugene, OR 97402, U.S.A. and CCM Books, a division of CCM Communications, Nashville, TN 37205, U.S.A.. Text veröffentlicht auf der Website von www.passageway.org - deutsche Übersetzung durch David Decker / www.shinemedia.de/sixpence/ im Dezember 2000. «« |
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