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Aus: Berliner Morgenpost
(Fuilleton) / 17.8.1999 »» Mehr als Küssen geht nicht Fromm und erfolgreich: Die US-Band Six Pence Non The Richer Auch wenn der saftige Sommerhit, mit dem die beiden die Charts dieser Welt erobern, «Kiss Me» heißt und Liegh Nash und Matt Slocum (beide 22) in den Anfangstagen ihres Studentenlebens in Austin/Texas mal kurz die Bude geteilt haben, ist das Duo längst anderweitig verbandelt. Und wie. Beide sind verheiratet. Matt seit einem Jahr, Leigh ehelichte gar schon mit 19. «Bei uns in den Südstaaten gehen die Uhren anders», sagt die hübsche Frontfrau von Six Pence Non The Richer. Mehr als «Kiss Me» gilt dort bei gläubigen, verliebten Kids als unmoralisch. «Ich wusste, ich will mit meinem Freund zusammen sein, also haben wir geheiratet.» Leigh lacht. «Nun guck doch nicht so. Wir sind immer noch glücklich.» Nun gut, es sei ihnen gegönnt. Freilich sehen die beiden ihre Angetrauten in diesen Tagen höchst selten, denn die Band, die sich nicht nur nach einer Bibelstelle benannt hat, sondern den christlichen Glauben tatsächlich auch lebt (Matt: «Wir sind aber keine christliche Popband») erobert gerade ein Land nach dem anderen. Los ging es in der Heimat, wo man in diesem Frühjahr kaum das Radio andrehen konnte, ohne dass einem «Kiss Me» andauernd entgegen schallte. Zudem wurde der Song gleich in einer ganzen Reihe von Kino- und TV-Soundtracks eingesetzt, darunter auch in der beliebten Teenie-Serie «Dawson's Creek». «Die Nummer ist einerseits leicht genug, um mal so locker nebenbei gehört werden zu können, aber nicht so blöd, dass sie einem irgendwann peinlich wird», sagt Leigh. So wie perfekter Pop eben sein soll. Fortan machte die Nummer die Runde in Europa, war quasi das inoffizielle Titelstück auf der Hochzeit von Prince Edward und seiner Sophie und steigt auch in den deutschen Charts unaufhaltsam nach oben. Nicht übel für zwei Studenten, die anfangs nicht viel mehr wollten als eine Abwechslung. «Wir hatten nie geplant, mit unserer Musik um die Welt zu reisen. Ein paar Auftritte auf Campus-Partys und in kleinen Clubs in Austin fanden wir schon ziemlich prima.» Immerhin wurde eine kleine Firma auf die College-Band aufmerksam, produzierte zwei Alben mit ihnen, ging dann pleite - und Six Pence packte plötzlich der Ehrgeiz. Matt: «Als es vor zwei Jahren so schien, als wäre alles vorbei, haben wir das Studium abgebrochen und sind auf endlose Tour durch die USA gegangen.» Die Anstrengung hat sich gelohnt. Denn die beiden starteten mit ihren drei Bandmitgliedern alsbald mit neuer Company, ausgereiftem Sound und dem Star-Produzenten Bob Cleatmountain (Bryan Adams etc.) richtig durch. So klingt das schlicht «Six Pence Non The Richer» betitelte Album wie eine leicht angerockte Mischung aus den Corrs, 10 000 Mamacs und Natalie Imbruglia. Auf dem Album der schönen Natalie hat Matt übrigens Cello gespielt. Und? «Und was? Ich bin doch verheiratet.» Steffen Rüth «« |
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